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Do, 19. April 2018







Philosophie

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CanYouFeelIt: Das wahre Konsumglück

(unsere Philosophie)

 

Der Hirnforscher Wolfram Schulz führte einst ein berühmtes Experiment an Affen durch. Die Versuchstiere wurden in Käfige gesperrt, in denen sich eine handgroße Öffnung befand, über der Öffnung befand sich eine kleine Lampe. Wann immer man den Affen durch die Öffnung ein paar Apfelscheiben reichte, leuchtete kurz vorher die Lampe auf. Nach kürzerer Zeit hatten die Affen begriffen: Wenn das Lämpchen anging, sprang in ihren Hirnen die Produktion von Dopamin an. Schultz stellte allerdings fest, dass dieser Lustbotenstoff nur dann ausgeschüttet wurde, wenn die Affen in Erwartung ihrer Belohnung waren. Als die Apfelscheiben endlich kamen, blieb der Dopaminspiegel unverändert. Die eigentliche Belohnung löste also weder Glück oder Lust, noch irgendeine im Hirn messbare Reaktion aus. Spannend war die Vorfreude – die Erfüllung selbst brachte keinerlei Lustgewinn.

Professor Schulz ging aber noch weiter. Er wollte wissen, ob und inwiefern eine Steigerung der Qualität der Belohnungen einen messbaren Unterschied machte. Also belohnte er nach dem Lichtsignal die Affen nicht mit Apfelscheiben, sondern mit Rosinen. Juchhu! Von nun an feuerte das Gehirn noch mehr Dopamin, sobald das Lämpchen leuchtete. Doch sehr schnell hatten sich die Tiere an das bessere Futter gewöhnt - das Dopamin ließ nach und bescherte den Affen genau das gleiche Lustgefühl, das sie empfanden, als sie sich nur auf Äpfel freuten. Als Schulz nach einer Weile wieder dazu überging, statt Rosinen Apfelscheiben zu reichen, sank ihr Dopaminspiegel sogar. Das Leuchten der Lämpchen reizte die blasierten Affen nicht mehr. Hatten ihnen vorher, selbst bei der hundertsten Wiederholung, banale Apfelscheiben Freude bereitet, quittierten sie diese jetzt nur noch mit Enttäuschung.

 

Die ernüchternde Erkenntnis von Professor Schulz: Je höher wir unsere Erwartungen schrauben, desto schwieriger ist es uns glücklich zu machen. Und: Genuss erhöht nicht unser Glückgefühl, es ist lediglich die Vorfreude, die das vermag.

 

Der Philosoph Ernst Bloch brauchte, um das herauszufinden, keine Affen. Seine Theorie von der „Melancholie des Erreichten“ besagte schon lange vor den Experimenten in der Hirnforschung, dass Wünsche und Sehnsüchte stets an der Schwelle zur Erfüllung sterben. Allein das ist ja schon eine Erkenntnis, die einem sehr viel Geld sparen kann, wenn man sie verinnerlicht. Klar will man seinen iPod oder die allerneueste Digitalkamera haben. Aber wenn man sie hat, fühlt man sich nicht mehr besser als zuvor. Also kann man doch auch gleich darauf verzichten, oder?????

 

Jeder, der diesen Gedankengängen bis hierher folgen wollte, macht sich nun unweigerlich folgendes bewusst: Warum schafft es die Werbung immer wieder, einem Dinge als absolut notwendig einzureden? Ist der uns von Gott verliehene freie Wille denn wirklich so etwas von manipulierbar oder faktisch nur ein „Hirngespinst“?

Warum geben die einen, an diesem Ende der sozialen Skala, ihr Geld für wechselnde Klingeltöne am Handy aus und warum die anderen, an jenem Ende der Skala, für Mouton-Cadet, dessen Etikett an die großen Chateaus erinnert, der jedoch nichts als ein zusammen gemischter Massenrotwein ist? Wie viele Menschen kaufen Wein über die Attraktivität des Etikettes oder der Form der Flasche? Wie viele gehen nur nach Namen oder Exklusivität des Besitzes?

Schon in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bleute ein Werbefachmann den Geschäftsleuten in Philadelphia ein:“ Verkaufen Sie ihnen, wonach sie sich sehnen, was sie erhofften, worum es in ihren kühnsten Träumen geht…. Menschen kaufen nicht (nur) was sie brauchen. Sie kaufen Hoffnung – sie hoffen auf das, was Ihre Ware ihnen schenken wird.

Versucht man nun ein zugegeben gewagtes Fazit aus dem hier berichteten zu ziehen, so bieten wir Ihnen dieses an:

Werbebotschaften sind, wenn man genau hinhört, Sinnversprechen, doch wenn die Waren wirklich Sinn bringen würden, ginge der Umsatz schnell zurück, das System funktioniert also mit der ständigen Vorenthaltung des eigentlich Versprochenen. Es ist das einfache System vom Esel und der Karotte am Stock.

 

Ja, sie haben in der Tat richtig gelesen. Dieser Text steht unter der Rubrik Philosophie eines kleinen Handelsunternehmen, welches sich zum Unternehmenszweck erklärt hat, ausgesuchte Weine an die Frau oder den Mann zu bringen, ähnlich wie tausende von anderen Unternehmen auch. Wollen wir nun unseren eigenen Umsatz verhindern oder gar vom Konsum abraten???

Nun, um es kurz zu machen: Nein.

Vielmehr sind wir ständig auf der Suche uns zu unterscheiden, und Ihnen das wahre Preis- Genusserlebnis zu bieten. Liegt es da nicht nahe, das man sich mit der Realität auseinander setzt und untersucht, wie man den Menschen wahrhaft dienen kann? Wir glauben die Antwort liegt im „wahren Konsum“.

Wenn Sie uns bitte den Ausflug in die Tierwelt verzeihen, die Pate stand für die Herleitung unserer Theorie, so treten wir an, ihnen nicht nur die Vorfreude auf einen Nutzen zu bieten, sondern Ihnen auch im Konsum/Genuss einen weiteren Kick zu geben. Wir versuchen Ihnen dies nicht mit wilden Versprechungen oder ausgeklügelten Werbebotschaften zu vermitteln, sondern durch ein sehr einfaches Prinzip:

Am Anfang steht natürlich die Weinbeschreibung, die bei geschlossenen Augen ein Bild erzeugen soll, wenn Sie so wollen die Vorfreude auf einen Genuss. Im Unterschied zu den Apfelscheiben, die die Affen zweifellos schon kannten, soll es sich hier um eine unbekannt neue Erfahrung handeln. Hierbei bietet sich die Autochthonie förmlich an. Den zweiten Teil, und somit den „Kick“ soll ihnen die Überraschung beim Genuss vermitteln, den sie zwar erhofft haben, aber so in der Spitze nicht erwarten konnten. Logisch würde dieser Effekt auch irgendwann verblassen. Ein weiterer Grund, auf die Autochthonie zu setzen, die einem ein Spektrum an neuen Erfahrungen und Genüssen bieten kann, was internationale Reben mit ihrer Gleichmacherei nur selten vermögen.

Sie haben Recht. Dieses Thema bietet nur sehr wenig Attraktivität für den Petrus-Besitzer oder den Opus-One Käufer, die die Exklusivität des Besitzes, nicht unbedingt des Konsums (hier greift wieder unser o. e. Sättigungseffekt) in den Vordergrund stellen.

Unsere Zielgruppe sind die Menschen, die den wahren Konsum suchen, die sowohl in der Vorfreude (die man zugegebenermaßen erst von sensibler Händlerseite erzeugen muss) als auch im Konsum einen „Dopaminstoß“ erleben wollen.

CanYouFeelIt geht dabei wahrlich keinen einfachen Weg, den Menschen die Ursprünglichkeit wieder in den Sinn zu bringen, das Bodenständige, das Unverfälschte mit seinen Ecken und Kanten. Zumal wir uns ehrlich gesagt noch ein weiteres Ziel gesetzt haben. Es muss noch einen dritten Kick geben. Nämlich den der Nachhaltigkeit, die wieder zur Vorfreude wird. Die neue Erfahrung soll Lust auf Wiederholung machen: CanYouFeelIt schon?

 

CanYouFeelIt steht für das Bodenständige. Für die scheinbar unwichtigen Dinge im Leben, die aber bei näherer Betrachtung, das Leben selbst sind. CanYouFeelIt ist ein Zeitgeist, heißt back to the roots. CanYouFeelIt möchte eine Sehnsucht ausdrücken und gleichzeitig unheimlich bescheiden sein, nicht aufdringlich, eben Geschenk.

 

Tolle Worte für eine Geschäftsidee?????? Klares Jein.

 

Die Bedeutung von CanYouFeelIt leitet sich natürlich aus dem englischen „Can you feel it“ ab, und ist bewusst in Fragestellung formuliert. Kannst Du es fühlen soll eine Erinnerung oder eine Fragestellung an einen jeden sein, ob sie oder er noch offen sind für die kleinen Reize des Lebens, die scheinbar so unbedeutend sind.

 

CanYouFeelIt begegnet einem überall. Als ich einmal an einem Wein-Sensorik-Seminar teilnehmen durfte, sollten wir Teilnehmer 30 bekannte Aromen erschnuppern, bzw. identifizieren. Zu diesem Zweck wurden spezielle typische Weinaromen in einem nicht durchsichtigen Glas isoliert. Man hielt einmal kurz seine Nase in das Glas, nahm einen kräftigen Geruch wahr, und sollte diesen dann eindeutig zuordnen können. Was sich sehr einfach anhört, entpuppte sich für alle Beteiligten (bis auf die Geschulten) zu einem großen Problem. Am Ende mussten viele von uns feststellen, dass keiner von uns mehr weiß, wie eine Heidelbeere riecht oder schmeckt, von einer Schlee ganz zu schweigen. Niemand wusste wie sich eine Stachelbeere entfaltet. Wir mussten uns alle die Frage gefallen lassen, ob wir es noch nie gewusst haben, oder ob wir es vergessen haben.

In solchen Momenten merke ich, wie mein Leben an mir vorbeirast. Durch unsere Jobs und unseren Freizeitstress achten wir meist nur noch auf die groben Dinge, eben auf Effekte. Wir sind sehr oft nicht mehr in der Lage, die kleinen aber wichtigen Dinge des Lebens mit allen Sinnen zu erfassen. Wir nehmen uns keine Zeit für das Wesentliche.

Wie oft übersehen wir morgens einen herrlichen Sonnenaufgang, wie taub sind wir im Wald, wenn uns die Natur eine wahre Sinfonie an Vogelgezwitscher oder Blätterrauschen offenbart.

 

Die Geschäftsidee CanYouFeelIt soll einen kleinen Beitrag dazu leisten, diese scheinbar unwichtigen Dinge des Lebens, wieder in den Fokus eines jeden zu rücken. Es soll einen Mehrwert darstellen, einen Zusatznutzen angehängt an spezielle Produkte, die natürlich verkauft werden sollen. Was bietet sich hierfür besser an als das Produkt: Wein.

 

Wein ist ein Synonym für Entspannung, Geselligkeit, Genuss und Ruhe. An Wein kann man auch „CanYouFeelIt“ trainieren. Es sind mittlerweile beinahe 800 Aromen bekannt, die man aus Wein erriechen könnte. Die besten Weinmaster schaffen gerade mal 500. Man muss sich Zeit nehmen, um diese Kunst zu beherrschen und man erntet, neben dem Genuss eines guten Tropfens, die totale Entspannung und Zufriedenheit.

 

Das Thema Wein beinhaltet noch viel mehr. Wir spezialisieren uns hauptsächlich auf die so genannten autochthonen Weine, das sind Weine, die nur aus beheimateten Trauben gekeltert wurden, aus Trauben, die eben nur in bestimmten Regionen dieser Erde zu Hause sind, dafür aber alles beinhalten, was typisch für die Region ist, und schon immer gewesen ist.

Wie sagte doch der große Mondavi: „ABC“- Anything but Cabernet or anything but Chardonnay.” Dieses Zitat versteckt so ein bisschen die Kritik an der Vereinheitlichung der Weine in der ganzen Welt. Kritiker behaupten, dass irgendwann die Weine alle gleich schmecken werden, weil man weniger auf authochtone Trauben setzt, sondern immer mehr die bekannten Sorten wie Cabernet Sauvignon oder Merlot sowie bei Weißwein Chardonnay anpflanzt. Sicherlich entstehen aus diesen Trauben nach wie vor die größten Weine dieser Welt, doch genau hier ist der USP für „CanYouFeelIt“.

Qualitativ gute Weine, die keinen großen Namen haben müssen, aus möglichst authochthonen Trauben und damit mit einem individuellen Geschmackspotential (welches es zu erfahren gilt), mit einer Story, die man zusätzlich geliefert bekommt (Machart, Eigenheit der Trauben, Namensgebung, Besonderheiten etc.) und einem Umgang (Trinkreife, Essen, Tipps etc), den man empfohlen bekommt zu einem vernünftigen Preis (zwischen 6 und 20 Euro).

 

So weit so gut. Nun werden wir es bestimmt nicht schaffen, durch unsere Geschäftsidee ein kommerzielles Umdenken zu erzwingen. Wir glauben jedoch, dass sich die Menschen irgendwann von alleine wieder fragen werden: Can I feel it??? Sie werden bremsen, sich selbst hinterfragen, Ihre Ziel neu definieren und Fragen nach dem Sinn Ihres Lebens nicht mehr unbeantwortet lassen.

Keine bloße Annahme sondern vielmehr abgeleitet aus der Zukunftsforschung. Schaut man sich die so genannten Megatrends für die kommenden 25 Jahre einmal etwas genauer an, so wird oben gewagt Ausgesprochenes stark untermauert. Megatrends sind:

 

1. Longivity – Lebensqualität bis ins hohe Alter heißt “ sich gönnen” statt Verzicht

2. Gesundheit und Präventivmedizin – Körper als Sitz der Identität, von der Gesundheitsstörung zur Wohlfühlstörung

3. Individualismus (Antiglobal)- Selbstwahrnehmung, Eigengestaltung des Lebens mit Lustmaximierung

4. Authentizität- Suche nach dem Eigen-Ich, Körpergefühl und Ausstrahlung

5. Wellness- Aktive Lebensbalance und psychosoziale Gesundheit

6. Spiritualität- Körper, Geist und Seele als Einheit begreifen

 

(Der siebte Megatrend wäre „Frauen“ gewesen. „ Das weibliche Prinzip“ Innenwendung statt körperliche Stärke“. Da die Zielgruppe geschlechtsneutral sein soll, spielt dieser Trend nur eine untergeordnete Rolle und wird nur der Vollständigkeit halber aufgezählt)

 

Diese Trends lassen erahnen, welche Ströme auf uns zukommen werden. Es sind v. a. weiche Faktoren, die wieder in den Mittelpunkt rücken. Attribute aus den 80igern und 90igern wie „ Ellenbogengesellschaft“ oder “ Survival of the fitest“ werden der Vergangenheit angehören.

 


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last update: 14.05.2009   zurück  nach oben  www.autochtone-weine.de / Impressum